Sprache Sprache Sprache Sprache Sprache

Der Grünstreifen bekommt Kontur

Veröffentlicht am 05.05.2021

Ein Blüh – Grünstreifen vor dem Museum

Die Idee entstand Anfang 2021 im Verlauf der Vorbereitungen zur Ausstellung
"Technik#Weiblich#Logisch - digital - gendergerecht - nachhaltig

Die Coronapandemie hatte uns soeben in den Lockdown geschickt und die Hoffnung auf eine
geplante Live-Eröffnung der neuen Ausstellung am 8. Mai begann zu schwinden. Sie wird digital
stattfinden.

Können wir Besucherinnen und Besuchern etwas vom äußeren Reiz des Marstalls und seiner
unmittelbaren Umgebung zeigen, das neugierig macht auf die Ausstellung hinter den Toren des
Museums?

Erfahrungen mit Outdoor-Projekten haben die Museumsfrauen in den vergangenen Jahren mit
Erfolg gesammelt, u.a. 2016/17 während der Ausstellung „ausgekocht?“ mit Hochbeeten, Urban
Gardening, der Skulptur „Küchenfee“; 2020 haben wir das Wachsen, Blühen und Vergehen einer
Kratzdistel vor dem Eingang beobachtet und schon im Herbst eine Nachfolgerin an ihre Stelle
gepflanzt:

Die Durchwachsene Silphie (Silphium perfoliatum). Sie ist eine ausdauernde und mehrjährige
Pflanze mit großer Anziehungskraft für Bienen und andere Insekten.

Als sie Anfang April ihre ersten Blätter ans Tageslicht schob, war die Freude bei einigen
Botanikfreundinnen im Museum groß und es entstand die Idee, den karg erscheinenden
Grünstreifen vor dem langgestreckten Gebäude zu einer Blühwiese zu gestalten. Wir entdeckten
eine unerwartete Menge an Wildkräutern, die gößtenteils essbar sind und Heilwirkungen haben.
Immer spannender und erkenntnisreicher wurde die Beschäftigung mit den Pflanzen und so wuchs
der Wunsch nach weiterer Gestaltung der Fläche zum Nutzen für Insekten und zur Freude für
Menschen.

Das Grünflächenamt der Stadt Fürth gab Grünes Licht für unser Ansinnen und das kleine Team
stürzte sich in große Planungen!

Was hat der Blüh-Grünstreifen mit dem Ausstellungsthema zu tun?

Technik: wir entdecken Systeme und Strukturen von Pflanzen und Insekten, die sich die
Technik z.B. in der Bionik zunutze macht, z.B. Lotuseffekt, Bienenwaben, etc.
Über den QR-Code des Museums, der aus Kacheln gestaltet im Beet zu betrachten ist,
erfahren Besucher*innen digital, was es hinter den Türen des Marstalls zu sehen gibt, wenn
das Museum geschlossen ist.
Nachhaltigkeit: Un-Kräuter werden als Wild-und Heilpflanzen erkannt und als solche mit
kleinen Namenssteinchen sichtbar gemacht.

Die gesäten und gepflanzten Blumen können als Nahrungsquelle von Insekten beobachtet werden
und dazu beitragen, unsere Umwelt bewußt wahrzunehmen und Zusammenhänge im Kreislauf der
Natur zu erkennen und diese zu schützen.

Wir streben keinen perfekten und „ordentlichen“ Grünstreifen an; wir möchten mit interessierten
und neugierigen Menschen den Prozess des Wachsens und der Entfaltung der Blühwiese erleben.

Viel Freude wünscht das Grünstreifen-Team

          

 

© Text und Bilder von Ute Klauk, Frauen in der Einen Welt