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Corona-Gedicht

Das Gefühl, einfach im Kreis zu laufen, wieder mal was
Neues zu brauchen. Lust, gerne mal schnell
abzutaucben, der Stille hinterher zu lauschen.

Das Gefühl, die Struktur zu verlieren, mit Freunden
nur telefonieren, oft auch zum Nichtstun zu tendieren,
suchend nach was zum Disponieren.

Das Gefühl, man ist zu nichts entschlossen, auf Besserung
kann man nur hoffen. Häufig
fühlt man sich leicht verdrossen, ein jeder
 /
fühlt sich eingeschlossen.

Das Gefühl, man lebt in schweren Zeiten, versuchend es
nicht zu verbreiten. Man achtet auch auf Kleinigkeiten,
Kontakte möglichst zu vermeiden.

Das Gefühl, nie wieder zu verreisen, jeder versucht sich
durchzubeißen. Man denkt, man muss alles
hinschmeißen, denn man sieht nur noch Fragezeichen.

Das Gefühl, als wärest du im Koma,  
die Sehnsucht nach Opa und Oma. Man wär` jetzt gern
in Barcelona, doch das geht nicht dank Corona.

 

Bild © Oskar Braune
Text © Theresa Hoffmann-Kuhnt

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