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FREI WIE NIE

Während Corona und all den Einschränkungen, die die Krise mit sich bringt, erfahren wir auf einer ganz neuen ungeahnten Ebene, was Freiheit uns eigentlich bedeutet.

Ich persönlich habe mich noch nie gleichzeitig so frei und eingesperrt gefühlt, und für die meisten ist es, denke ich, einfach nachzuvollziehen, weshalb ich mich eingeschlossen fühle. Wir alle werden momentan durch Ausgangsbeschränkung, Beschränkungen im sozialen Kontakt und das ständige Tragen-Müssen von Masken eingegrenzt. Die Liste ist lang. Und obwohl mittlerweile viel dafür getan wird, dass die Normalität wieder Einzug hält, wird es wohl doch noch eine Weile dauern, bis wir vollständig zu unserem Alltag zurückgekehrt sein werden.

Ich denke, es könnte manchen jedoch schwerfallen, zu verstehen, warum ich mich ausgerechnet in dieser Ausnahmesituation so frei fühle wie noch nie.

Ohne die Pandemie wäre unser Sommer sicher anders verlaufen. Ich wäre wahrscheinlich in die Schule gegangen, in den Urlaub gefahren und hätte im Grunde genau die Dinge gemacht, die ich im letzten Sommer auch gemacht habe. Doch jetzt sind viele Grenzen noch geschlossen, die Freibäder sind zu und man sieht die Freunde aus der Schule immer seltener.

Aber das Leben muss weitergehen.

Man findet eine neue Badestelle oder erinnert sich an eine längst vergessene. Man weiß jetzt, wo es das beste Eis im Umkreis gibt, da die Eisdielen einige warme Tage lang die einzigen interessanten Läden waren, die offen hatten. Man lernt trotz Quarantäne Leute kennen oder tritt wieder in Kontakt mit Grundschulfreunden. Man entdeckt ein Hobby für sich oder eignet sich eine neue Fertigkeit an.

Covid-19 schränkt uns in unserer Bewegungsfreiheit ein, in der Freiheit dahin zu gehen, wo wir hinwollen, den zu besuchen, den wir sehen wollen. Aber ich glaube, wir werden von den Folgen des Virus nicht nur eingeschränkt. Wir alle bleiben mit Erinnerungen zurück, mit Erfahrungen, die wir ohne die momentanen Umstände wahrscheinlich gar nicht gemacht hätten.

Doch egal was man mit der „Coronazeit" anfängt, alles dient nur einem Zweck: sich auch eingegrenzt, frei zu fühlen.

Bild © Leonie Meier 8a, 2020
Text © Maria Clara Saponaro

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